Sozialisatz

31. August 08
Heute habe ich mich schon fast wie in Thailand gefühlt. Ich durfte mein Patenkind Manon an ein Picknick für Adoptiveltern mit thailändischen Kindern begleiten. So habe ich einige Personen kennengelernt, die das Pakkred Babies Home bereits kennen, weil ihre Adoptivkinder auch dort waren.  Diese Informationen sind für mich sehr wertvoll für meine Vorbereitungen. Ausserdem kann ich mir ein genaueres Bild darüber machen, was mich im Waisenhaus erwarten wird.

Merci à tous les parents qui m'ont donnée des informations sur le Pakkred Babies Home!




10. September 08
Im Moment scheint es nicht eine sehr gute Idee zu sein nach Bankok zu reisen und sich dort während sechs Wochen aufzuhalten. Offensichtlich gibt es dort schon seit Tagen Demonstrationen gegen die Regierung, welche alles andere als harmlos verlaufen.
In den nächsten Wochen werde ich die Lage beobachten und kurzfristig entscheiden was zu tun ist. Nun hoffe ich, dass sich die Situation noch etwas entspannt!!!



27. September 08
Endlich sieht es in Bankok ein bisschen besser aus.  Der Ausnahmezustand wurde aufgehoben. Natürlich bin ich jetzt auch in den letzten Vorbereitungen. Ich habe eigentlich schon alle meine Sachen beisammen.
Heute habe ich eine Mutprobe bestanden:-) Ich habe mit meinem Englisch in das Hotel angerufen, wo ich meine erste Nacht verbringen werde! Uff...überstanden!!! Jetzt glaube ich, dass mein Englisch für meinen Thailandaufenthalt reicht.
 
 
7. Oktober 08
Jetzt bin ich also in Thailand angekommen und habe schon eineinhalb Tage im Pakkred Babies Home gearbeitet.
Meine taegliche Arbeit in den naechsten sechs Wochen ist folgende. Um neun Uhr gehe ich ins Kinderheim und helfe Pi Pong dabei, die Kinder Saeuglinge zu spielerisch zu foerdern. Dies ist sehr wichtig, weil die meisten Kinder einen Entwicklungsrueckstand haben. Dann bekommen die Kinder eine Massage und schliesslich noch einen Schoppen.
Meine Ankunft war nicht so gut organisiert und ich wurde eigentlich erst einen Tag spaeter erwartet, obwohl Zora und ich noch extra angerugfen haben. TJa...das Motto heist KEEP  SMILING! Die Leute haben aber sehr gut reagiert und mir sofort das Heim gezeigt. Am Nachmittag wurde fuer mich dann kurzerhand eine kleine Wohnung in der Naehe organisiert. So habe ich nun meine eigene Wohnung fuer sechs Wochen.
 
 
8. Oktober 08
Mein Einsatzgebiet ist doch noch nicht so ganz klar, wie ich gestern gedacht habe. Was klar ist, ist dass ich immer mit der gleichen Babygruppe arbeite. Dazu gehoeren 24 Babies im Alter von einem Monat bis zirka sieben Monate (wenn man das so genau sagen kann). Die Babies sind zu einem grossen Teil stark unterernaehrt und sie bekommen fast ununterbrochen einen Schoppen. Das einmonatige Kind wiegt vielleicht gut ein Kilo und ist etwa fuenfundreissig Zentimeter lang!
Viele der Kinder reagieren erst Mal nicht wirlich auf mich. WEnn ich mich aber laenger mit ihnen beschaeftige und mit ihnen Berndeutsch spreche, laecheln sie mich an und beginnen etwas zu plaudern. Schoen, dass sie meinen Dialekt so moegen:-)
Uebrigens: Habt ihr schon Mal Reis, Pilze und Tintenfisch zum Fruehstueck gegessen? Ich heute zum ersten Mal!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
 
 
9. Oktober 08
Das Heimpersonal hier im Pakkred Babies Home umsorgt mich sehr.  Es sieht so aus als wollten sie mir das Leben in Thailand moeglichst leicht machen. Der kulturelle Unterschied ist wirklich gross und es braucht von mir viel Energie diese Welt zu verstehen. Ich glaube dies braucht noch seine Zeit. Im Reisefuehrer ist alles viel einfacher beschrieben als es ist. Ich denke der Reisefuehrer beschraenkt sich auf touristische Gegenden. Hier im Norden Bankoks gibt es ueberhaupt keine Touristen. Ich glaub ich bin fast die einzige Weisse, die hier durch die Strassen laeuft. Auch sprechen hier sehr wenig Leute Englisch. Ich glaube es ist an der Zeit, dass ich thailaendisch lerne!    :-)
 
 
10. Oktober 08
Heute schreibe ich nicht so viel. Ich gehe naemlich in fuenf Minuten wieder zur Arbeit. Heute Morgen habe ich zum ersten Mal ohne enhglischsprechende Mitarbeiterin gearbeitet. Dies hat zum Glueck sehr gut funktioniert. Die thailaendischen Betreuerinnen haben mir mit Handzeichen zu verstehen gegeben, was ich tun sollte. Ich denke ihnen ist nun auch klar, welche Arbeiten sie mir uebergeben koennen. Ich habe nun aber wirklich grosses Interesse daran einige Worte Thai zu lernen!!!
 
 
12. Oktober 08
So nun ist mein erstes Wochenende zu Ende. Ich habe viel erlebt, denn Soria (Angestellte des Pakkred Babies Home) hat mich unter ihre Fittiche genommen:-) Im Kinderheim habe ich naemlich ganz viele Gastmuetter gefunden , die sich um mich kuemmern.
Gestern war ich mit Soria in Bankok beim Wat Pho. Dies ist ein Tempel, in den sich die aelteste Massageschule befindet. Fuer den Rueckweg nahmen wir den oeffentlichen Bus. Er toent fast wie ein alter Traktor und faehrt mit offnen Fenstern und manchmal auch mit offener Tuere! Soria erklaerte mir, dass wir heute nur 90 Minuten fahren muessen (fuer zirka 25 km), da kein Verkehr herrsche. In der Schweiz waere dies sicher in den Verkehrsmeldungen gekommen!
Heute besuchten wir zusammen die Insel KoKret. Diese Flussinsel befindet sich in der Naehe meines Wohnortes. Soria hat fuer uns ein Boot gemietet, das uns an verschiedene Plaetze auf der Insel brachte. Ich waere gerne den ganzen Tag geblieben, da es der ruhigste Ort war, den ich in Thailand je gesehen hatte.
Zurueck auf dem Festland, nahmen wir ein Motorradtaxi. Ich habe den Fahrer damit erstaunt, dass ich nicht im Damensitz daraufgesessen bin. Wie bei den Thai ueblich hat er das aber nicht zu mir direkt gesagt, sondern zu Soria.
Tja...so geht es einem, wenn die Bevoelkerung nicht an Falangs (Auslaender) gewohnt ist!
 
 
 
13. Oktober 08
Ich habe mich heute sehr gefreut wieder mit den Kindern arbeiten zu duerfen. Sie zeigen so grosse Dankbarkeit.  Heute habe ich mir viele Gedanken zum Bindungsverhalten der Kinder gemacht. Die Kinder haben zu jeder Person Vertrauen, die sich um sie kuemmert. Auch wenn sie diese nicht kennen. Ich glaube sie sind einfach froh, wenn sich ueberhaupt jemand um sie kuemmert. Denn auch wenn sich das Personal Muehe gibt, bekommen die kleinen Babies auf keinen Fall genug Aufmerksamkeit uns emotionale Zuwendung. Ich denke fuer die Waisenkinder ist es ueberlebenswichtig, sich mit allen Personen abzufinden. Ein richtiges Bindungsverhalten werden sie erst aufbauen, wenn sie ihre Adoptiveltern haben (wenn ueberhaupt)!
Heute Morgen wurde ich gebeten mit drei anderen Frauen zusammen vier Kinder auf das Konsulat zu begleiten. sie sollen alle einen Pass bekommen, weil in den naechsten Tagen ihre Adoptiveltern kommen!
 
 
14. Oktober 08
Heute war der erste Tag, an dem im die Krankenstation betreten habe. Viele der Kinder aus dem Haus 2 (mein Arbeitsplatz) sind krank. Ich finde es schoen, dass man sich die Muehe macht und auch mit den Babies auf der Krankenstation spielen geht. Die Kinder dort haben mir sehr leid getan. Sie sind sonst schon unterentwickelt und unterernaehrt und jetzt auch noch krank! Ein 15-monatiger Junge musste die ganze Zeit an der Sauerstofffalasche sein. Er kann sich uebrigens noch nicht Mal drehen, geschweige dann alleine sitzen. Dies gibt mir schon zu Denken!
 
 
 
15.Oktober 2008
Gestern war ich nach der Arbeit mit Alexandra im Kino. Wir haben einen thailaendischen Film mit englischem Untertitel geschaut. Wenn man im Kino sitzt, kommt immer zuerst ein Vorspann ueber die Koenigsfamilie. Waehrend diesem Vorspann ist man verpflichtet aufzustehen. So sehr verehren die Thais ihren Koenig1 Sollten wir in unseren Kinos auch einen Vorspann ueber die Bundesraete abspielen?
Heute sind im Waisenhaus im Ganzen vier Adoptivelternpaare angekommen. Sie stammen aus Schweden und aus Belgien. Es hat mich geruehrt ihnen zuzuschauen. Sie  haben ihre Adoptivkinder auf den Arm genommen, als waere es nie anders gewesen. Ich wuensche den Kindern, dass sie sich moeglichst schnell an ihre neue Familie gewoehnen!
 
 
16.Oktober 08
Heute weiss ich gar nicht so genau was ich ueber das Waisenhaus schreiben soll. In den letzten Tagen beschaeftige ich mich intensiv mit meinem Kulturschock. Ich glaube es dauert sehr lange, bis man sich an die thailaendische Lebensweise gewohnt hat. Dies werde ich in diesen drei Monaten wohl kaum schaffen. Es ist glaub ich wirklich ein grosser Unterschied, ob man nur Tourist ist oder ob man mit den Thais zusammen lebt.
So nun wuensche ich meinem Vater einen schoenen Geburtstag!
 
 
 
17.Oktober 08
Jetzt bekomme ich langsam ein wenig Routine  in meinem Alltag hier. Im Waisenhaus sehe ich manchmal auch groessere Kinder. Ich glaube sie begleiten ihre Muetter zur Arbeit. Sie kuemmern sich auch um die Kleinen. Ein zehnjaehriges Maedchen zeigte grosses Interesse an mir. Sie fragte immer jemanden wie man etwas in Englisch sagt und kam dann damit zu mir. Sie sagt auch, dass sie mir Thailaendisch beibringen will. Mal sehen:-)
 
 
 
19.Oktober 08
Mein Wochenende ist schon fuenf Stunden eher zu Ende als in der Schweiz (das ist echt unfair:-)  Bei uns hatte es schon seit etwa vier Tagen nicht mehr richtig geregnet (es ist Regenzeit). Heute war es wieder Mal soweit. Gerade als ich am Morgen das Haus verliess, fing es an. Ich glaube der thailaendische Petrus hatte Kuebel zur Verfuegung!!! Waehrend zwei Stunden regnete es so stark, dass am Ende fast alle Strassen, viele Geschaefte und Haeuser ueberschwemmt waren. Die Leute taten mir leid, aber es schien sie nicht so zu verzweifeln. Wahrscheinlich passiert das nicht nur alle zehn Jahre einmal.
Gerade als es aufhoerte zu regnen, nahmen Alexandra und ich ein Taxi zur Bootsstation, um in die Stadt zu gelangen. Ich war mir so sicher, dass der Taxifahrer dank meiner Karte in thailaendischer Schrift den Weg finden wuerde. Doch in Bankok koennen wohl nicht Mal alle Taxifahrer lesen und Karten lesen. Er fuhr mit uns im Gaggo herum und schliesslich landeten wir an einer anderen Bootsstation. Wir regten uns schon ein bisschen auf (nur ein bisschen, weil mehr bringts gar nicht :-) ) und der Taxifahrer sagte, dass wir nichts zu Bezahlen brauchen. Ein andere  Taxifahrer brachte uns dann an den richtigen Ort und wir konnten gemuetlich in die Stadt gondeln.
 
 
20. Oktober 08
Pi Fon will unbedingt in die Schweiz reisen. Heute musste ich ihr vorrechnen, wieviel Geld sie dafuer ausgeben muesste. Ich glaube Pi Fon muesste lange sparen, um ihr Ziel zu erreichen. Sie ist aber fest davon ueberzeugt, dass sie es schaffen wird.
Ausserdem moechte Pi Fon einen 50-jaehrigen Schweizer heiraten. Ich glaube bei den Thailaender geht es bei der Heirat nur um finanzielle Sicherheit und um Prestige-und nicht um Liebe.
Noch etwas anderes-Besuch aus der Schweiz: Heute kam eine Familie aus Basel zu Besuch, die vor etwa vier Jahren ein Maedchen aus dem Pakkred Babies Home adoptiert hatte. Pi Fon hat mir dies schon am ersten Tag erzaehlt. Sie hat sich sehr gefreut und mich gerade eingeladen, mit ihnen zusammen in ein Restaurant zu gehen.
Wenn Pi Fon in die Schweiz kommt wird sie uebrigens die Familie in Basel besuchen und mich in Bern. Mal sehen!
 
 
21. Oktober 08
Das Essen gestern mit der Schweizer Adoptivfamilie war sehr interessant und kurzweilig. Ich glaube die beiden thailaendischen Adoptivkinder haben es sehr gut in ihrer neuen Familie. Sie werden am Freitag zurueck in die Schweiz fliegen und ihr Leben zu viert dort anfangen.
Durch eine Dolmetscherin erklaerte die Adoptivmutter Pi Fon, dass es nicht so einfach sei einen schweizer Mann zu heiraten. Wenn aber Pi Fon in die Schweiz reisen moechte wird sie von ihnen unterstuetzt. Die Familie moechte dann organisieren, dass Pi Fon alle Schweizer Adoptivkinder sehen wird. Mal schauen ob es klappt!
Heute habe ich Pi Fon auf das Adoptivkind der Familie Stettler aus der Romandie angesprochen. Sie kann sich an die Kleine erinnern, da ja erst knapp ein Jahr vergangen ist seit der Adoption. Pi Fon hat mir eine Nanny vorgestellt, welche die Kleine betreut hat.
 
 
22.Oktober 08
Gestern habe ich mich ein bisschen genervt: Es hat mit dem Kulturunterschied zu tun. Da die jungen Leute hier bis zu ihrer Hochzeit unter der Obhut der Eltern stehen, werde ich hier manchmal ein bisschen zu stark bemuttert. Die Angestellten des Bueros haben sich zum Beispiel gefragt, ob ich am Wochenende ueberhaupt esse und was ich ess und wo ich esse! Sie haben sich auch darueber Sorgen gemacht, ob ich am Vortabend genug frueh zu Hause war. Als ich zur Massage gehen wollte, wurde ich gefragt, ob ich es wohl schaffen wuerde diese 200 Meter alleine zu Fuss zu gehen!!!! HALLO!!!! In Gespraechen mit anderen Auslaendern habe ich dann feststellen koennen, dass dieses Verhalten mir gegenueber sehr gut gemeint ist und das dies nichts mit mir zu tun hat. Also sollte ich mich nicht zu fest darueber nerven und es ein bisschen locker sehen. Mai pen rai (es ist schon gut/es macht nichts)!!!
 
 
23. Oktober 08
Heute hatten wir irgend einen Feiertag. Pi Fon und Soria haben mich eingeladen, den Grand Palace zu besuchen. Dieses prunkvolle Gebaeude hat mich sehr beeindruckt. Meine beiden Reisebegleiterinnen gaben sich grosse Muehe mir alles Wichtige zu erklaeren. Es herrscht uebrigens strenge Kleiderordnung (lange Hosen und geschlossene Schuhe), da der Grand Palace koeniglich ist.
Danach machte Pi Fon den Vorschlag mit einem Citytouristenbus herum zu fahren. Ich hatte leider sehr wenig davon, da alles thailaendisch erklaert wurde (wieder ein Grund mehr Thai zu lernen-ich spreche schon etwa 15 Woerte).
Am Schluss blieb noch  Zeit auf der anderen Flussseite den Wat Arun anzuschauen. Man hatte dort die Gelegenheit die mega "stotzige" Treppe  hinaufzuklettern und auf dem Dach die wunderbare Aussicht zu geniessen. Nur ich hatte den Mut dazu, meine zwei Begleiterinnen warteten unten!
Am Abend ging es mit dem Bus zurueck. Die angenehmere Variante  -das Boot- kam nicht in Frage, da der Himmel nach einem Regenguss aussah, der dann aber ausblieb.
Nach diesem anstrengenden Sightseeingtag und dem Geholper im steinzeitlichen Bus, hatte ich dermassen Kopfweh, dass ich um neun eingschlafen bin.
An diesem Tag durfte ich enmal mehr, nichts selber bezahlen (schlechtes Gewissen meldet sich)!
 
 
24.Oktober 08
Wieder ein besonderer Tag. Ich habe die Kinder aus dem Haus sieben auf einen Ausflug begleitet. Diese Kinder sind zwischen drei und sieben Jahre alt. Eine neue Herausforderung fuer mich, da sie mit mir sprechen wollten!
Um neuen stand ein veralteter Militaerbus vor dem Eingang und alle 40 Kinder und Betreuer sassen drinn. Nathuerlich war der Bus viel zu klein fuer so viele Leute, doch irgendwie musste es trotzdem gehen. Mit zirka 45 Minuten Verspaetung ging es lis. Der Bus fuhr mit offenen Tueren, was mir schon ein bisschen Angst machte mit so vielen Kindern! Es schien aber nur mich zu beunruhigen:-)
Zuerst gingen wir Baden. Die Kinder hatten riesigen Spass daran, weil dies sehr selten vorkommt. Ich war die einzige, die im Wasser mit den Kindern spielte. Somit aber auch ein Opfer fuer Spritzereien. Alle fanden es lustig an mir herum zu zerren und mich nass zu machen. Ich fand es auch lustig. Ich wuerde mich nie wagen, mit so vielen Kindern in die Badi zu gehen.
Danach gingen wir in eine Art Vergnuegungspark. Dort sollten die Kinder ein Dinosurierland anschauen. Ich fand es ueberhaupt nicht lustig, da viele Kinder Angst hatten und weinten. Sie wurden aber gezwungen dort hinein zu gehen. Wahrscheinlich sollten sie die Gelegenheit nutzen, wenn es sie schon Mal gab. Diese Situation gibt mir jetzt noch zu Denken!
Waehrend der Rueckfahrt schliefen viele Kinder ein-ich auch fast!
 
 
26. Oktober 08
Heute arbeitet das Internet besonders langsam und es kostet mich viele Nerven es zu benutzen! Schon ist mein drittes Wochenende vorbei. Am Samstag war ich mit zwei meiner Beschuetzerinnen vom Waisenhaus unterwegs. Sie haben mir die alte Hauptstadt von Thailand gezeigt, die vor vielleicht 200 Jahren von den Burmesen zerstoert wurde. Es war sehr interessant, aber auch anstrengend. Es war naemlich ein komischer Regentag. Es regnete vielleicht zehn Minuten, dann brannte wieder die Sonne auf uns nieder. Am Abend war ich darum so geschafft und hatte enorme Kopfschmerzen.
Heute war ich mit einer thailaendischen Familie unterwegs. Die Mutter arbeitet als Volunteer (Freiwillige) im Kinderheim. Sie hat eine Tochter, die ein wenig juenger ist als ich. Am Freitag haben sie mir angeboten, mir den Schwimmenden Markt zu zeigen. Die Marktbesucher steigen dort in ein Boot. Die Marktleute haben ihren Marktstand entweder auf einem kleinen Boot oder am Rand des Flusses. Es ist interessant Mal auf eine andere Art und Weise einen Markt zu besuchen. Ich habe mich mit der Familie sehr wohl gefuehlt. Waehrend der langen Fahrt habe ich mich mit der Tochter ueber die thailaendisch Kultur unterhalten. Vor allem auch ueber die Unterschiede zwischen der thailaendischen und der Schweizerkultur. Dies war fuer mich sehr hilfreich, denn zum ersten Mal hat mir eine junge Thailaenderin etwas dazu erzaehlt. Sie hat wahrscheinlich auch eine andere Sichtweise als die aelteren (schuldigung!) Damen aus dem Waisenhaus.
Auch sie moechte gerne Mal die Schweiz bereisen. Dies wuerde mich sehr freuen, denn ich wuerde ihr auch schoene Plaetze in der Schweiz zeigen.
 
 
27.Oktober 08
Nun habe ich die Halbzeit meines Sozialeinsatzes bereits hinter mir. Die Zeit vergeht schnell. aus dem Waisenhaus gibt es eigentlich nicht viel Neues zu berichten.
Heute werde ich Mal ein Postamt suchen, um die vielen Karten, die ich bereits geschrieben habe, abzuschicken. Mal schauen, ob ich fuendig werde.
Diese Woche werde ich uebrigens ins Kinderheim umziehen und dort im Personalhaus schlafen. Sie haben mir dieses Angebot gemacht, weil ich sonst noch einen ganzen Monat Miete bezahlen muesste und nur einen halben Monat dort wohnen wuerde. Dieses Angeobt dufte ich nathuerlich nicht zurueckweisen. Auch wenn es fuer mich nur etwa 30 Franken ausmachen wuerde.
Also mache ich mich langsam fuer meinen Umzug bereit.
 
 
 
28. Oktober 08
Der heutige Morgen war aussergewoehnlich. Alle Kinder aus dem Haus 2 wurden in einen kleinen Raum gebracht, damit das Haus gruendlich geputzt werden konnte. Diese Protzedur findet einmal im Monat statt. Ich habe mich dann fast zwei Stunden lang um drei Neugebohrene gekuemmert.
Noch etwas anderes: Gestern habe ich eine Poststelle gefunden und Marken eingekauft. Ich habe 150 Baht zuviel bezahlt. Ich bin mir nicht sicher, ob es extra geschehen ist oder aus Versehen-mai pen rai!
Gestern habe ich ein neues T-Shirt gekauft. Leider hatte es ein Loch. Zum Glueck habe ich schon oft am Strassenrand eine Naeherin gesehen. Nun musste ich mich wohl oder uebel an sie wenden. Sie hat mit ihrer museumswuerdigen Naehmaschiene mein T-Shirt geflickt und mir dafuer 30 Rappen berechnet. Ich wuerde ihr eine neue Naehmaschiene wuenschen, aber sie koennte damit vielleicht gar nichts anfangen!
 
 
29. Oktober 08
Zuegeltag: Gestern habe ich alle meine Sachen gepackt und die Wohnung geputzt. Ich werde von nun an auf dem Areal des Waisenhauses wohnen. Ich bekam diese Angebot, weil ich nur noch einen halben Monat in meiner Wohnung waere und trotzdem den ganzen bezahlen muesste. Ich wuerde damit zwar nur etwa 30 Franken verlieren. Dies ist hier aber viel Geld und es waere unhoeflich das Angebot abzulehnen. Ich bin ja gespannt!
 
 
 
30.Oktober 08
Nun bin ich schon wieder onine. Ihr schlaft wohl alle noch. Letzte Nacht habe ich zum ersten Mal in meiner neuen Wohnung geschlafen. Sie gefaelt mir gut. Der Ort ist ruhiger als vorher, dafuer habe ich mehr Nachbarn. Auch Pi Fon ist meine Nachbarin. Sie passt auf mich auf! Gestern Abend hat sie mir die Waesche gewaschen. Ich wollte ihr helfen, aber ich durfte nicht!
Als ich nach dem Nachtessen nach Hause kam, wollte mich der Waechter am Eingang nicht hereinlassen. Er wurde nicht darueber informiert, dass ich nun auch auf dem Areal wohne. Er verstand auch kein Englisch. DArum ist er mir gefolgt, bis er sah, dass ich ins Haus hinein gehe.
So nun bin ich fuer zwei Tage weg. Wir besuchen Pflegefamilien in Loppuri und bringen ihnen Babynahrung.
 
 
31.Oktober 08
So bin ich zurueck aus der Loppuri Provinz.  Ich koennte ueber so viele Eindruecke schreiben, dass ich wohl ziemlich viele Zeilen fuellen wuerde! Darum beschraenke ich mich darauf etwas ueber die Pflegefamilien zu schreiben:
Das Pakkred Babies Home betreut in Loppuri 25 Pflegefamilien mit 40 Pflegeplaetzen. Jeden Monat werden diese durch das Heimpersonal besucht. Alle Kinder muessen auf die Waage stehen und gemessen werden. Die Familien erhalten ein Pflegegeld von 3.30 Franken im Monat und dazu Babynahrung, Kleidung und Schuhe.
Als wir die ersten paar Familien besucht haben, hatte ich das Gefuehl, die Kinder befaenden sich in den aermsten Familien Thailands. Som erklaerte mir, dass die Familien dem Mittelstand angehoerten. Dies verplueffte mich: zum Teil lebten die Leute wirklich in armeesligen Holzhuetten und daneben standen ein paar abgemagerte Kuehe.
Die Leute reagierten unterschiedlich auf mich. Einige waren sehr freundlich und andere eher schuechtern. Ich glaube viele von ihnen haben noch nie eine Weisse gesehen! Viele Kinder versteckten sich. Zuerst glaubte ich, dass sie Angst vor mir hatten. Som sagte mir aber, dass sie Angst davor haben, von ihnen mitgenommen zu werden.
Einen etwa vierjaehrigen Jungen haben wir tatsaechlich mitgenommen. Seine Mutter wollte ihn nach zirka drei Jahren wieder zurueckhaben. Som erklaehrte mir, dass die Mutter eine Muslimin sei und es fuer sie fast nicht moeglich sei, ihr Kind ganz wegzugeben. Ich hoffe, dass sie den Jungen nicht nur Allah zuliebe zu sich zurueckholt! Ich habe mich waehrend der ganzen Rueckfahrt gefragt, was in ihm wohl vorgehen mag! Als wir zurueck im Waisenhaus waren, wartete eine ganze muslimische Familie auf ihn. Viel Glueck!
 
 
 
2. November 08
Gestern habe ich mich mit einer Amerikanerin getroffen, die lange in der Schweiz lebt und jetzt seit zwei Jahren in Bankok wohnt. Sie hat mir den groessten Markt in Asien gezeigt; den Chatuchackmarkt. Das war ja mega spannend. Es hatte so viele schoene Sachen! Nur das Gewicht meines Rucksackes hat mich daran gehindert, gehoerig zuzuschlagen!
Ausserdem habe ich zwei neue Fortbewegungsmittel kennengelernt: Die Metro und das Motorradtaxi (das ich seit gestern schon mehrmals benutzt habe).
Heute wurde ich von einer franzoesischen Familie eingeladen mit ihnen die Ancient City zu besuchen. Dieses Freilichtmuseum aehnelt dem Ballenberg im Berner Oberland. Ich habe den Ausflug sehr genossen.
 
Noch eine tragische Geschichte: Judy (die Amerikanerin) hat mir erzaehlt, dass ihre junge thailaendische Nachbarin (27 Jahre alt) ihren Freund geheiratet hat. Die Beiden waren seit sechs Jahren zusammen. Ihre einzige gemeinsame Aktivitaet war, dass sie zusammen in Shoppingcenter gingen (dies ist normal fuer thailaendische Jugendliche). Nach der Heirat hatten sie ihre ersten sexuellen Erfahrungen zusammen. Der Mann erwartete aber von der jungen Frau, dass sie ihm dasselbe bietet wie die Stars aus den Pornofilmen, die er konsultiert hatte. Nathuerlich war die junge Frau dagegen und er sagte ihr, wenn sie das nicht wolle, dann mache das eine andere fuer ihn. Dies hat er wahr gemacht und nach kurzer Zeit, waren die Beiden getrennt.
Ich finde es happig, dass es in Thailand vielen jungen Frauen so geht. Die  vielen Prostituierten in Bankok werden offenbar nur zu einem kleinen Teil von Ausslaendern gekauft. Sie werden noch viel mehr durch die eigenen Landsmaenner benutzt! Mir wird uebel wenn ich daran denke.
Uebrigens: wenn eine Frau geschieden ist, wird sie kaum ein zweites Mal einen Mann finden, den sie heiraten kann. Ein Mann kann aber beliebig oft geschieden werden und wieder heiraten. Es kann sogar akzeptiert werden, dass er zwei Frauen hat.
 
 
4. November 08
So nun melde ich mich wieder Mal. Gestern hatte das Internet nicht gearbeitet!
Diese Woche arbeite ich ohne Pi Fon.  Ich bin sozusagen ihre Stellvertreterin. Denn wenn sie abwesend ist, gibt es noch weniger Moeglichkeiten fuer die Babies aus ihren Betten zu kommen! Ausserdem ist mir aufgefallen, dass ich viele Babies aus dem Haus 2 noch gar nie richtig gesehen habe. Pi Fon nimmt sie nie zum Spielen mit und ich frage mich, ob es ueberhaupt jemand tut! Da ich selber bestimmen kann wen ich zum Foerderprogramm mitnehme, konzentriere ich mich diese Woche auf diese Kinder!
 
 
 
 
5. November 08
Heute habe ich schon wieder ein mir unbekanntes Kind kennengelernt. Ich durfte es zum Spielen mitnehmen. Dies dauerte aber nicht so lange. Nach fuenf Minuten kam die Nanny, um mir mitzuteilen, dass die Kleine Besuch von ihrem Vater hat. Ich war erstaunt, denn dies hatte ich bisher noch nie erlebt. Danach habe ich mir ueberlegt, ob vielleicht nur die Kinder gefoerdert werden, die zur Adoption freigegeben sind. Dies waere fuer mich eine Erklaehrung dafuer, dass einige Kinder nie zum Spielen mitgenommen werden. Doch dies ist nur eine Vermutung.
 
 
6. November 08

Im Moment beschaeftigt mich die Situation der Waisenkinder extrem. Ich glaube es hat damit zu tun, dass ich nicht mehr lange hier bin. Dadurch bin ich sehr nachdenklich. Waehrend meiner Anwesenheit haben einige Kinder mehr die Gelegenheit aus ihren Betten zu kommen und mit jemandem zu spielen. Doch wenn ich weg bin, werden sie fast ausschliesslich im Bett sein und sie werden nicht viel beachtet. Dies macht mich im Moment ziemlich traurig.

Im Moment gibt der Staat alles, um sich im Bereich der Waisenhaeuser weiter zu entwickeln. Gerade im Moment haben die Bueroangestellten ein viertaegiges Meeeting, um ihre Organisation zu verbessern. Dies finde ich ein guter Anfang, doch ich glaube die Kinder profitieren nicht direkt von diesen Bemuehungen. Vielleicht tut sich ja auch in diesem Bereich Mal etwas!

7. November 08

Heute haben meine kulinarischen Erfahrungen einen Hoehepunkt erreicht. Vor dem Mittag wurde ich gerufen und ich durfte mit den Angestellten des Bueros in einen Minibus steigen. Wir hatten so eine Art Geschaeftsessen. Ich fuehlte mich gar nicht wohl. Zuviele Augenpaare beobachteten jede meiner Bewegungen und vor allem auch meine Reaktionen auf das Essen. Wenn Thailaender zusammen essen gehen, bestellt nicht jeder sein eigenes Menue. Es werden ganz viele Menues in die Mitte des Tisches gestellt und jeder bedient sich von jedem.

Nun...ich wurde nathuerlich angehalten alles zu probieren und gefragt wie es schmeckt (aroi me ka?). Wie ueblich hatte es Muscheln und Meeresfruechte in den Gerichten. Ich mag das zwar nicht besonders, aber ich habe mich schon damit abgefunden! Aber nun habe ich noch nichts vom kulinarischen Hoehepunkt geschrieben. Es gab Larveneier mit Gemuese an einer Sauce!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ich habe probiert, wie ich das bis jetzt immer zu tun pflegte, aber das aroi ka (es schmeckt gut) blieb aus. Ich hoffe das dies wirklich der kulinarische Hoehepunkt war und es nicht noch schlimmer kommt!!!

9.Novmeber 08

So, nun steht mir schon die letzte Woche im Pakkred Babies Home bevor. Ich bin eigentlich recht froh, dass diese anstrengende, aber sehr interessante Zeit vorueber ist.

Ich freue mich  sehr auf die drei Wochen mit Maene. Heute war ich in der Stadt an der Kaoh San Road etwas Rucksacktouristenluft schnuppern. Hier falle ich ueberhaupt nicht mehr auf. Doch die Thais sind aufdringlicher und wollen alle irgendwie Geld mit einem machen. Das kann sehr anstrengend werden, den ganzen Tag Leute abzuwimmeln! Es kam mir vor wie in Loret de Mar, als alle versuchten Maene und mich in ihre Bars zu lotsen.

Eigentlich war ich dort um mich zu erkundigen, wo wir naechsten Samstag schlafen koennen. Ich habe ein kostenguenstiges und sauberes Backpacker gefunden und wollte ein Zimmer reservieren. Leider nimmt dieses Hotel keine Reservationen entgegen:-( Doch falls naechsten Samstag wirklich kein Zimmer frei sein sollte, hat es x andere Guesthouses in der Naehe.

Dann habe ich ein serioeses Turistenbuero gesucht. Doch eine erfahrene Thailandreisende aus Deutschland hat mir erklaehrt, dass es besser sei, direkt beim Bahnhof ein Ticket zu kaufen. Nur so sei man sicher, dass man nicht gelumpt wird. Wie ich sehe, sind die Thais in der Naehe der Turisten gar nicht mehr so nett!!!

So bin ich mit vielen Ideen und Tips nach Hause gegangen-nur reservieren konnte ich nichts! Es wird schon schiefgehen!

10. November 08

Besuch aus Australien: Heute arbeitete ich wieder mit Pi Fon zusammen. Wir nahmen vier Babies zum Spielen raus. Gerade als wir diese ins Haus zurueckbringen wollten, um vier andere zu holen, kamen zwei australische Familen mit Adoptivkindern auf uns zu. Pi Fon freute sich sehr, denn diese Kinder hatte sie vor Jahren (vielleicht vier) im Pakkred Babies Home betreut. Das war wieder ein Rummel. Alle kamen ins Haus 2 hinein und die Babies wurden ganz nervoes und weinten.

Doch die Nannies freuten sich. Ich versuchte dann die Kleinen noch ein bisschen zu beruhigen und ging dann alleine nochmals mit einem Kind spielen. Denn Pi Fon konnte fuer diesen Morgen nicht mehr arbeiten.

Mir ist aufgefallen, dass die Nannies im Haus 2 die Kinder viel mehr beachteten waehrend die Australier im Haus waren. Danach schenkten sie ihnen wieder weniger Beachtung. Muessen sie uns Auslaendern etwas vorspielen!

11. November 08

Gestern Abend als ich von der Arbeit nach Hause ging wurde ich spontan von einer Nachbarin zum Geburtstag eingeladen. Sie war gerade daran draussen ein Essen zu kochen. Es kamen immer mehr Leute dazu und wir assen gemeinsam das Geburtstagsessen. Es wurde auch Bier und Whisky getrunken und es ging lustig zu und her.

Nach dem Essen verabschiedete ich mich, weil wirklich niemand mit mir sprechen konnte, und ich ging in meine Wohnung, wo ich noch bis gegen Mitternacht die Festerei mitbekam.

Am Morgen als ich ins Buero kam, wurde ich von Soria gerade als erstes gefragt, ob ich am Vorabend getrunken habe. Ich fragte, warum sie mir diese Frage stelle (ich wollte versuchen ihr so zu zeigen, dass ich ihre Fragerei nicht normal finde; aber ich darf das ja nich direkt sagen!). Soria hat also schon herausgefunden wo ich war! Dies faengt mich an zu nerven. Irgendwie hat die Frau einen Kontrollzwang! Sie hat dann nathuerlich auch herausgefunden wie lange die Party dauerte und wollte meine Nachbarn zur Rede stellen, weil sie ihnen die Party nur bis 20 Uhr erlaubt hatte! Es kann doch nicht sein, dass sogar das Privatleben der Angstellten konrolliert wird!!!

Jetzt reichts mir dann wirklich langsam!

12. November 08

Loikatong Festival: Heute haben wir einen Feiertag, den Loikatong. Die Thailaender wollen ihren Wassergott um Vergebung bitten, dass sie das Wasser brauchen und verschmutzen (vor allem verschmutzen, da der Fluss hier wirklich braun ist). Die Leute stellen aus Bananenblaettern Koerbchen her, schmuecken sie mit Blumen und stecken Kerzen darauf. Am Abend gehen alle zum Fluss und lassen ihr Koerbchen den Fluss runterschwimmen. Das ganze ist mit einem Miss Loikatong Wettbewerb verbunden.

Heute Nachmittag werden wir dieses Fest auch mit den Heimkindern feiern. Ich bin ja gespannt. Ich befuerchte, dass mich die Angestellten in ein traditionelles Gewand stecken wollen. Ich hoffe nicht. Ich moechte das Ganze nur beobachten und nicht mitmachen! Wir werden ja sehen-ich berichte euch Morgen davon.

Am Abend darf ich Pi Fon zum Loikatongfest in unserem Quartier begleiten. Ich freue mich darauf.

13. November 08

Das Loikatongfestival war interessant. Gluecklicherweise wurde akzeptiert, dass ich mich nicht in eine Thailaenderin verkleiden wollte. Um 15h traffen sich einige Angestellten und einige Kinder im Meetinghaus. Einige der Nannys haben sich herausgeputzt und stellten sich zur Missloikatongwahl. Zuerst mussten alle auf die Waage stehen und das Gewicht wurde bekanntgegeben. Dann mussten die Kandidatinnen einige Fragen beantworten, die ich nathuerlich nicht verstanden habe. Am Schluss kam es zur Wahl. Auch einige Maedchen wurden in traditionelle Kleider gesteckt und geschminkt, sogar ein viermonatiges Baby! Das haette den Maedchen im Chinderhus Maihof gefallen! Denn die jungen Damen sahen aus wie Prinzessinnen. Nach der Misswahl gab es noch einen Wettbewerb fuer den schoensten Bananenblaetterkorb. Danach wurden diese in einem vorbereiteten Bassin ins Wasser gelassen.

Am Abend gingen Pi Fon und ich zusammen an den Chao Phraya Fluss, um unsere Koerbe ins Wasser zu tun und den Wassergott zu ehren. Pi Fon lud mich danach zu einer Bootsfahrt in der Nacht ein. Es war sehr schoen und ich habe es sehr genossen. Als wir wieder an Land waren, durfte ich einem traditionellen Konzert mit Tanz zuhoeren. Das war wirklich schoen.

Heute habe ich im Haus 2 zum ersten Mal gesehen, dass viele Kinder aus ihrem Bett genommen wurden und am Boden spielen durften. Ich habe mich sehr darueber gefreut. Ich spielte eine Stunde lang mit ihnen und machte dann noch mit zwei Kindern Einzelfoerderung. Der Morgen wurde mit einem interessanten Gespraech mit einer amerikanischen Volunteer abgerundet.

Pi Fon hat heute einen kleinen Jungen zu meiner "daughter" (Tochter: sprachproblem;-) erklaehrt. Ich hoffe, dass sie es nicht ernst meint:-)   !!!

14. November 08

Fast geschafft! Jetzt arbeite ich nur noch heute Nachmittag im Pakkred Babies Home. Ich glaube Maene ist jetzt schon unterwegs zu mir. Ich freue mich darauf endlich wieder Mal einen vertrauten Menschen anzutreffen, der so denkt wie ich.

Im Moment bin ich nur froh von hier wegzukommen. Ich will meinen Rucksack moeglichst rasch packen und herumreisen.

Heute Morgen habe ich nochmals eine Predigt darueber gehoert wie gefaehrlich das Reisen in Thailand ist. Ich habe das jetzt genug von aelteren Thailaenderinnen gehoert und hoffe, dass ich es das letzte Mal gehoert habe!!! Es nervt naemlich! In den Gespraechen mit australischen, amerikanischen und europaeischen Volunteers habe ich schon lange herausgefunden, dass es mit dem kulturellen Unterschied zu tun hat. Ich versuchte dies schon mehrmals zu erklaehren, doch es geht nicht in Sorias Kopf rein. Heute habe ich ihr gesagt, dass es mich ruehrt, dass sie sich Sorgen um mich macht, dass ich aber nicht bereit sei, meine Plaene zu aendern. Thailand gilt unter Travellern (Reisenden) als eines der sichersten Laender. Nathuerlich muss man auch seinen gesunden Menschenverstand walten lassen und in gewissen Situationen vorsichtig sein, aber das muss man ja ueberall.

Gestern hat mir Som erklaehrt, dass ich fuer die Bueroangestellten wie eine Tochter oder juengere Schwester bin. Dies erklaehrt die (fuer mich einengende) Fuersorge fuer mich!

 

So...nun verlasse ich das Kapitel Sozialeinsatz. Wenn es euch interessiert, koennt ihr unter der Ruprik Reiseziel in Thailand mehr ueber meine Erlebnisse lesen. Ich vermute aber, dass es nicht mehr gerade jeden Tag einen Eintrag geben wird!